ChristlicherDigest

Osterei-Museum zeigt „Russische Schönheiten“

Russische Kunst fasziniert durch ihre Farbigkeit und ihr Dekor. Die landestypischen Techniken von der Miniatur- und Ikonenmalerei bis zur Lackkunst lassen sich ausgezeichnet auf Ei-Kreationen übertragen. Dem trägt die kommende Sonderausstellung im Osterei-Museum Sonnenbühl Rechnung. Vom 27. Februar bis zum 6. November wird „Die reine Schönheit – Russische Ei-Impressionen“ dort zu sehen sein.

 Das Osterei-Museum der Gemeinde Sonnenbühl auf der Schwäbischen Alb, hat sich zur Aufgabe gemacht, Einblicke in die religiösen Aspekte und Brauchtümer zum Osterfest zu geben und künstlerische Facetten rund um das Osterei zu beleuchten. Über Tausend aufwändig gestaltete Eier aus vielen Kulturen sind in der Dauerausstellung im ehemaligen Schulhaus zu bestaunen. Die russische gehört auch dazu. Kein Ei gleicht dem anderen. Die drei renommierten russischen Künstlerinnen Marina Mikowa ,Tatjana Hailfinger und Inna Jakowlewa, haben extra für die Sonderausstellung neue Exponate geschaffen.

 Wer kennt sie nicht, die lustigen Matrjoschkas? Eine verschwindet im Bauch der anderen. Marina Mikowa hat sie bemalt, als sie noch in Karelien gelebt hat. Über viele Jahre hat sie sich dort zur Malerin von Ikonen ausbilden lassen. Heute lebt sie in Tübingen und hat sich auch hier längst einen Namen als Künstlerin gemacht. Bereits seit 1995 stellt sie im Sonnenbühler Museum aus. Ihre Motive sind zarte Landschaften, Vögel, Blumen und religiöse Themen. Für die reinen Schönheiten der russischen Ei-Impressionen hat sich Marina Mikowa etwas ganz Außergewöhnliches einfallen lassen. Sie malt mit Tempera und einer typischen Schwammtechnik. „An meinem Pinsel ist immer etwas Gold“, lächelt Marina Mikowa. „Gold weckt Emotionen und Gefühle. Von kühl-distanziert über geheimnisvoll und leuchtend bis hin zu dramatischen Stimmungen. Gold ist wie Leben. Gold ist Leidenschaft. Kaum eine Farbe entspricht so unserer russischen Seele.“

 Geheimnisvolle Märchenwelten

Zwei Farben auf einem Pinsel. Meistens auf Schwarz gemalt, manchmal auf Dunkelblau. Eine Technik, die Farben von unglaublicher Tiefe entstehen lässt. Wie lernt man so etwas? „Üben, üben, üben“, sagt Tatjana Hailfinger. In Russland war es ihr Beruf. Sie hatte eine Ausbildung als Miniatur-Lackmalerin. Damals, im Ural, malte sie auf Metall-Tablets. Später, als sie in Gönningen lebte, lernte sie das Osterei-Museum in Sonnenbühl kennen und war sofort begeistert. „Ich habe meine Motive auf Holz-Eier übertragen und es sah fantastisch aus“, schwärmt die Künstlerin.

Auch sie hat für die Ausstellung Neues gewagt. Auf einem roten Holz-Ei scheint die Maserung durch und in seinem Inneren formt sich die Lebensspirale, verziert mit Swarowski-Steinen. Tatjana Hailfinger entführt die Besucher des Osterei-Museums auch in die fremden Märchenwelten des Ural-Gebirges. Geheimnisvoll und feenhaft wirken die Gestalten.

Inna Jakowlewa lebt in Petrosawodsk, der Hauptstadt von Karelien. Ab und zu besucht sie Tübingen, die Partnerstadt von Petrosawodsk. Dabei lernte sie auch das Osterei-Museum kennen. Ihre Ausbildung absolvierte Inna Jakowlewa an der Berufskunstschule in Karelien. Für die Ausstellung in Sonnenbühl überträgt sie die Acrylmalerei und Lackminiaturen auf Holzeier. Die Feinheit des Jugendstils hat es der Russin angetan.

Die Lebendigkeit und Farbenkompositionen ihrer Blumen- und Tiermotive sind unverwechselbar. Anna Barkefeld, die Leiterin des Osterei-Museums, ist stolz auf die Themenvielfalt, die sich mit den Künstlerinnen immer wieder bietet. „Nach so vielen Museums-Jahren“, erzählt sie nicht ohne Stolz, „mangelt es nicht an neuen Ideen. Im Gegenteil. Die Entwicklung geht immer weiter. Die Kreativität und die Techniken reifen“.

 Weitere Infos auf www.sonnenbuehl.de oder Telefon +49 (0)7128/925-18.

 Kunsthandwerklicher Ostermarkt vom 27.2. bis zum 3.4.2016

 Öffnungszeiten des Osterei-Museums:

 27. Februar bis 16. Mai 2016:

Dienstag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr

Sonntag und Feiertag, 11 bis 17 Uhr

montags geschlossen, Ausnahme Feiertage.

17. Mai bis 6. November 2016:

sonntags 13 bis 17 Uhr

Für Gruppen täglich nach Anmeldung.