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Wanderfrühling – Der Schluchtensteig

Fünf Schluchten, 119 Kilometer Wanderstrecke und Natur pur – das ist der Schluchtensteig im Südschwarzwald. Wutachschlucht, Lotenbachklamm, Schleifenbachfälle, Haslachschlucht, Windbergwasserfall, Hohwehraschlucht und Wehratalschlucht sind Ziele für all jene, die es auf Höhen und Tiefen zieht.

 Rauschendes Wasser, schäumende Gischt, grün bemooste Felswände. Überall gurgelt und sprüht das Wasser talabwärts. Wer sich auf den Weg macht, die fast 119 Kilometer des Schwarzwälder Schluchtensteigs zu durchwandern, erlebt Natur, Wasser, Felsen, Berge und den Wald in der wildromantischen Form. Eine Woche sollte man sich schon Zeit nehmen, Wutachschlucht, Lotenbachklamm, Schleifenbachfälle, Haslachschlucht, Windbergwasserfall, Hohwehraschlucht und Wehratalschlucht zu erleben. Wer diese Woche erübrigen will, erlebt den Schwarzwald in seiner schönsten Form.

 Beginn an der Schweizer Grenze

Der Schluchtensteig beginnt in Stühlingen, direkt an der Schweizer Grenze, zu Füßen von Schloss Hohenlupfen. Hier beginnt auch die Markierung der 119 Kilometer langen Strecke. Eine der ersten Stationen ist Weizen, der Talbahnhof der berühmten Sauschwänzlebahn. Kurz darauf beginnt die Wutachschlucht. Über den Aussichtspunkt Wutachflühen erreicht man die Gipfelhütte über Buchberg mit seinem faszinierenden Panorama.

Treppen und kleine Leitern führen von Blumberg durch die kleine Schlucht des Schleifenbachs mit seinem Wasserfall zurück zur Wutach. Mit etwas Zeit und Glück kann man nach Achdorf Biber bei ihrer Arbeit beobachten. Mit noch mehr Zeit lohnt ein kleiner Abstecher in die wildromantische Gauchachschlucht.

Kulturell einzigartig: der Dom zu St. Blasien

Ein weiterer lohnenswerter Abstecher führt in die nahe Lotenbachklamm. Man erreicht ihren Eingang von der Schattenmühle. Auf einem der wildesten Schluchtabschnitte steht das Räuberschlössle. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert erwähnt und 1525 zerstört. Als Besitzer werden die Herren von Blumberg genannt. Von der auf einem Felsen in der Wutachschlucht gelegenen Burganlage haben sich kaum Mauerreste erhalten.

Durch das romantisch-stille Schwendetal ist es vom traditionsreichen Luftkurort nicht mehr weit ins Ziel nach Oberfischbach. Das bezaubernde Bergdörfchen ist Ausgangspunkt einer fast schluchtenfreien Etappe bis St. Blasien. Riesig, völlig überdimensioniert steht der Dom St. Blasius inmitten der Wälder und Berge. Die gewaltige Kuppel gehört mit ihren 62 Metern Höhe und einer Spannweite von 36 Metern zu den größten Kirchenkuppeln Europas.

Vom heilklimatischen Kneipp-Kurort St. Blasien im tiefen Tal der Alb will der hölzerne Aussichtsturm am 1.039 Meter hohen Lehenkopf erst einmal erreicht sein. Gut, dass am Lusthausfelsen noch einmal eine Gelegenheit zum Verschnaufen und Schauen in unserem Wegverlauf eingebaut ist. Einzelne Höfe stehen am Weg über Rüttewies und Horbach zum idyllischen Klosterweiher. Ein kurzer Anstieg leitet den Weg hinauf auf die Hochfläche und hinüber nach Ibach. Der schönste Blick über den Ort mit seinen Walmdachhöfen und dem nach Süden streichenden Hotzenwald bis auf die Alpen bietet sich von der kreuzgeschmückten Hügelkuppe über Ibach.

Zuerst rechts der Wehra zieht sich der Schluchtensteig auf seiner sechsten Etappe über dem anfangs noch zahmen Tal nach Süden. Zuerst geht es durch den idyllischen Todtmooser Ortsteil Schwarzenbach, ehe der Wanderweg bei Au in den Talgrund zurückkehrt. Bis zu 200 Meter hoch bauen sich dann die felsigen Bannwaldhänge über dem in der Tiefe schäumenden Fluss auf. Immer wieder bieten sich Tiefblicke oder Aussichten auf die östliche Talseite. Allmählich verliert der Weg an Höhe, bis er die Staumauer des Wehra-Stausees überquert. Dann geht es noch am Fluss entlang zum Rathausplatz mit dem Alten und Neuen Schloss der Herren von Schönau.  

 

 

Schwierigkeitsgrad: schwer. Strecke: 119 km. Dauer: 36 Std. Aufstieg: 3415 m. Abstieg: 3505 m