ChristlicherDigest

Der Weg zum Wunschgewicht

von Caroline Schawe

Der Frühling kommt und gleichzeitig auch der Wunsch, lästigen Winterspeck loszuwerden. Doch wie wird man die Pfunde, die man sich im Winter oder schon seit längerem angefuttert hat, wieder los? Die Vorstellung, mit knurrendem Magen den Tag überstehen zu müssen, schreckt viele schon im Vorfeld ab. Wie gelingt eine Diät?

Fettpolster an Bauch oder Hüfte stören nicht nur beim Blick in den Spiegel, sie stellen auch ein gesundheitliches Risiko dar. Sie begünstigen die Entstehung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder sogar Krebs. Wenn nur nicht das Abnehmen so schwer wäre!

Strategie der kleinen Veränderungen

Die überflüssigen Pfunde sind nicht über Nacht gekommen und deshalb wird man sie auch nicht über Nacht wieder los. Wer dauerhaft abnehmen will, muss sein Ernährungsverhalten ändern, daran führt kein Weg vorbei. Allerdings sollte die Änderung mit Bedacht gewählt werden, denn wer das Gefühl hat, ständig auf etwas Liebgewordenes verzichten zu müssen, dem geht es dabei nicht gut. Frust macht sich breit und allzu oft wird der Diätplan schnell wieder aufgegeben. Ernährungsberater und Psychologen empfehlen deshalb, individuelle Diätpläne zu entwickeln, die die Essvorlieben des Einzelnen berücksichtigen.

Kalorien werden dort eingespart, wo es weniger weh tut. Für Pasta-Fans etwa sind strenge Diätformen, die Kohlenhydrate verbieten (z.B. die Atkins-Diät), eine echte Zumutung. Sie werden besser mit einer kalorienreduzierten Mischkost auskommen, die auch Nudelgerichte erlaubt. Für Schokoladen-Liebhaber gilt das Gleiche: Lieber täglich ein kleines Stück der braunen Köstlichkeit und dafür abends eine halbe Scheibe Brot weniger.

Die Sache mit dem Jo-Jo

Was hat das Kinderspielzeug Jo-Jo, das an einer Schnur auf- und abwärts bewegt werden kann, mit einer Diät zu tun? Wer weniger isst und Kalorien einspart, nimmt ab. Die Pfunde purzeln, doch leider steigt das Gewicht auch genauso schnell wieder an, wenn man anschließend in sein normales Essverhalten zurückfällt.

Oft zeigt die Waage sogar höhere Werte als zu Beginn der Diät. Nach einiger Zeit wird die nächste Diätphase gestartet, doch auch diese Gewichtsabnahme ist nicht von Dauer. Wie bei einem Jo-Jo gehen die Pfunde rauf und runter – was nur beim Kinderspielzeug lustig ist.

Dieser frustrierende Effekt hat mit komplizierten Regelmechanismen in unserem Körper zu tun. Wenn man weniger Nahrung zu sich nimmt, löst dies Verteidigungsmechanismen im Stoffwechsel aus. Der Organismus schaltet auf eine Art Energiesparmodus und senkt kurzerhand den Energieverbrauch. Jetzt reichen weniger Kalorien aus, um den Körper zu versorgen. Steigt nach einer Diät das Kalorienangebot wieder an, hat der Organismus auf einmal ein Zuviel an Kalorien, denn er läuft ja noch auf Sparflamme. Das Überangebot wird als Fett gespeichert und schon ist unser Diät-Jo-Jo wieder oben.

Schnelles Abnehmen hat deshalb meist auch schnelles Zunehmen im Gepäck. Die wahre Herausforderung ist es folglich, das Gewicht nach einer Diät auch zu halten. Dies gelingt nur mit einer Umstellung der Essgewohnheiten und mit mehr Bewegung. Die sportliche Betätigung hat gleich mehrere Effekte: Sie verhindert einerseits einen Muskelschwund durch die Diät, denn bevor das Fettgewebe angegriffen wird, wird die Muskelmasse reduziert.

Andererseits werden durch den Sport Muskeln aufgebaut, die sogar im Ruhezustand noch Kalorien verbrauchen. Zu jeder Diät gehört deshalb nach Einschätzung von Experten ein Sportprogramm, am besten eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Zu Beginn sollte mit niedriger Intensität und geringer Zeitdauer begonnen werden, später kann man das Pensum steigern.

Zuerst die Bestandsaufnahme

Wer abnehmen will, muss wissen, wo seine Schwächen liegen. Deshalb geben Mediziner und Ernährungsberater ihren Patienten zunächst eine Hausaufgabe, nämlich alles aufzulisten, was sie über den Tag verteilt essen. Oft sind nicht die drei Hauptmahlzeiten das Problem, sondern es sind die kleinen Snacks zwischendurch, die die Kalorienbilanz verschlechtern. Im anschließenden Beratungsgespräch muss dann geklärt werden, wo man ansetzen kann, um Kalorien zu sparen.

Sind es beispielsweise allgemein zu große Portionen, zu viel Fett und Sahne bei der Zubereitung des Essens, die Chips abends vor dem Fernseher oder die Menge an Softdrinks? Je individueller die Ernährungsberatung ist, desto besser wird der Patient mit der Umstellung zurechtkommen, schließlich will er in Zukunft nicht nur darben, sondern seine Lebensqualität behalten oder sogar verbessern. Untersuchungen haben gezeigt, dass schon allein durch eine Ernährungsberatung die tägliche Kalorienzufuhr der Patienten sinkt, ohne dass sie sich bewusst beim Essen zurückhalten.

Falsches Essverhalten wird in vielen Fällen unbewusst durch das Gehirn gesteuert. Übergewichtige verarbeiten Reize, die mit dem Essen zu tun haben, anders als Schlanke. Schon allein der Anblick eines Stück Kuchens oder eines saftigen Hamburgers erzeugt ein Verlangen.