ChristlicherDigest

Salbei (Salvia officinalis)

Nicht nur als Gewürz in der Küche, sondern auch als Heilpflanze ist der Salbei hoch geschätzt. Schon sein lateinischer Name weist auf die wohltuende Wirkung hin, denn salvare bedeutet „heilen“. Ursprünglich kommt der Salbei aus dem Mittelmeerraum, er liebt Sonne und trockene Böden, aber er gedeiht auch in weniger warmen Gegenden in ganz Europa. Auf den Spuren der Mönche breitete er sich aus und durfte später in keinem Bauerngarten fehlen. Die Pflanze wächst auf jedem Gartenboden, nur Staunässe mag sie gar nicht. Die Blätter des Halbstrauchs, der bis etwa 60 cm hoch werden kann, sind mit Drüsenhaaren besetzt und erscheinen deshalb in mattem Grau-Grün. Zwischen Mai und Juli blüht der Salbei. Die hellblauen oder violetten Blüten, die von Bienen besonders geliebt werden, sitzen ährenförmig an den Spitzen der Stängel.

Als Heilpflanze hat der Salbei eine lange Tradition. Man hat auf altägyptischen Hieroglyphen aus der Zeit um 6000 v. Chr. die Darstellung einer Pflanze gefunden, die Salbei sein könnte. Die Gelehrten empfahlen sie damals als Mittel gegen Bauch- und Zahnschmerzen. Falsch lagen sie damit nicht, denn auch heute noch verwendet man Salbei bei entzündetem Zahnfleisch und bei Magen-Darm-Beschwerden. In erster Linie jedoch ist Salbei eine echte Winter-Arznei. Sie wird bei Halsschmerzen, Heiserkeit sowie Husten eingesetzt. In Form von Salbei-Bonbons kennt sie wohl jedes Kind. Über 60 pharmazeutische Unternehmen in Deutschland stellen Arzneimittel mit Salbei her. Größere Anbaugebiete sind z.B. in Sachsen.

Medizinisch genutzt werden ausschließlich die Blätter der Pflanze. Sie enthalten u.a. antimikrobielle Substanzen, die die Vermehrung von Keimen verhindern. Als ätherische Öle sind Kampfer und Thujon im Einsatz. Bitterstoffe und Gerbstoffe sorgen für ein Zusammenziehen der Schleimhäute, so dass sich kleine Wunden verschließen. Aus diesen Gründen wird Salbei auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut gerne eingesetzt. Auf dem Markt sind spezielle Zubereitungen, die tropfenweise in ein Glas mit Wasser gegeben werden und zum Gurgeln oder Spülen des Mundes dienen. Unverdünnt sollten sie nicht angewendet werden.

Aus den getrockneten und zerkleinerten Blättern des Salbeis lässt sich ein Tee zubereiten, der – etwas abgekühlt – ebenfalls als Gurgellösung gut tut. Hierbei sollten 2,5 Gramm Salbeiblätter auf 100 ml kochendes Wasser genommen werden. Wer Salbei-Tee zum Trinken gegen Magenbeschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung einsetzen will, nimmt einen schwächeren Aufguss (1 Gramm Salbei auf 100 ml Wasser). Auch bei übermäßigem Schwitzen und feuchten Händen hilft eine Behandlung mit Salbei-Tee: Über mehrere Wochen hindurch täglich getrunken, normalisiert sich die Tätigkeit der Schweißdrüsen. Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen lassen sich auf diese Weise ebenfalls behandeln. Salbei-Zubereitungen sollten nicht bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren und Stillenden angewendet werden. Ein Einsatz über längere Zeit und in hohen Dosen sollte ebenfalls vermieden werden.