ChristlicherDigest

Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum)

Kaum ein anderes Gewürz gehört so sehr zum Winter und zur Adventszeit wie der Zimt. In Zimtsternen und Lebkuchen, im Pflaumenkompott und im Punsch oder Glühwein entfaltet er sein samtig-blumiges Aroma. Während der Zimt bei uns meist nur in Zusammenhang mit Süßem gebraucht wird, ist das in seiner Heimat Asien ganz anders: Er ist Bestandteil vieler Currymischungen und wird für Fleisch- und Gemüsespeisen verwendet.

Beim Zimt handelt es sich um die innere Rindenschicht des Zimtbaums, der zu den Lorbeergewächsen zählt. Der Baum wird bis zu zehn Meter hoch und hat seine Heimat in Sri Lanka, dem ehemaligen Ceylon. Zur Ernte werden die jungen Zweige abgeschnitten, danach wird deren äußere Rinde abgeschabt. Anschließend werden die Zweige gewalkt, wodurch sich die innere Rinde ablöst. Damit sich das Aroma bildet, lässt man die Rindenstücke im Schatten fermentieren und danach in der Sonne trocknen, wobei sie sich von beiden Seiten her einrollen.

Die Rindenstücke des echten Ceylon-Zimtes sind dünn und blättrig, sein Aroma ist fein und zurückhaltend. Im Gegensatz dazu steht der Cassia-Zimt, der in den letzten Jahren immer mehr auf den europäischen Markt drängt. Er kommt vorwiegend aus China und ist an der dickeren Rindenschicht zu erkennen. Sein Aroma ist stärker, aber auch ein wenig aufdringlich. In Fertigprodukten findet man fast nur noch den billigeren Cassia-Zimt.

Zimt ist sowohl als Gewürz wie auch als Heilmittel seit Jahrtausenden bekannt. In der traditionellen chinesischen Medizin wird er auf vielen Gebieten eingesetzt. Ganz allgemein stärkt Zimt die Verdauung und fördert die Durchblutung. Darüber hinaus wirkt er antibakteriell, kann also gerade im Winter, wenn die Erkältungserreger unterwegs sind, nützlich sein. Seit einigen Jahren wird außerdem eine mögliche blutzuckersenkende Wirkung diskutiert, die bei Diabetikern vom Typ II zumindest in der Anfangszeit der Erkrankung helfen soll. Hinzu soll auch eine Senkung der Blutfette kommen. Diese Zimtwirkungen sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt. Wer Zimt als Nahrungsergänzungsmittel in diesem Sinn zu sich nehmen möchte, sollte vorher seinen Arzt fragen.

Seit einigen Jahren wird regelmäßig zu Beginn der Adventszeit vor einem übermäßigen Verzehr von Zimt gewarnt. Dies bezieht sich aber ausschließlich auf Cassia-Zimt, der größere Mengen an Cumarin enthält. Cumarin kann Kopfschmerzen auslösen und auf längere Sicht zu Leberschäden führen. Auch in diesem Jahr erneuert das Bundesinstitut für Risikobewertung seine Warnung: Kleinkinder mit 15 kg Gewicht sollten nicht mehr als 6 kleine Zimtsterne täglich essen (oder 100 g Lebkuchen). Eine Alternative ist, selbst zu backen und dabei Ceylon-Zimt zu verwenden. Den gibt es mittlerweile fast nur noch in Drogeriemärkten, Reformhäusern und Apotheken zu kaufen.

Rezept für einen winterlichen Gewürztee, der wärmt, den Magen stärkt, Erkältungen vorbeugt und Stress abbaut: 2 gehäufte TL Schwarz-Tee oder Roibusch-Tee, ein Drittel einer Zimtstange, 1 Sternanis, 2 Nelken, 4 Scheiben Ingwer. Gewürze im Mörser grob zerkleinern. Alle Zutaten mit 0,75 l kochendem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb abgießen.