ChristlicherDigest

Rote Weinrebe (Vitis vinifera purpurea)

Wer hat`s erfunden? In diesem Fall waren es französische Winzer, die die Heilkraft der roten Traubenextrakte und der roten Weinblätter als Erste nutzten. War die Traubenernte vorbei, pflückten sie auch die roten Blätter der Weinrebe und verwendeten sie für heilsame Umschläge bei geschwollenen Beinen und Entzündungen der Haut.

Die Weinrebe wächst in allen gemäßigten Klimazonen der Erde. Wird sie nicht beschnitten, kann sie mit ihren Sprossranken 10 bis 20 Meter hoch klettern. Die Blätter haben einen herzförmigen Umriss, sind drei- bis fünfmal gelappt und am Rand gezähnt. Im Mai bis Juni erscheinen die Rispen mit ihren kleinen, gelb-grünen Blüten. Daraus entwickeln sich die Früchte, die je nach Sorte kleiner oder größer sein können. Für medizinische Zwecke wird eine besonders alte Sorte, die Färberrebe, angebaut, da sie einen besonders hohen Anteil an Farbstoffen aufweist.

Diese Farbstoffe, die Anthocyane, sind in Verbindung mit Flavonoiden und Polyphenolen die wirksamen Inhaltsstoffe des roten Weinlaubs, weswegen die farbstarken Blätter in der Pflanzenheilkunde so geschätzt werden. Bei schweren Beinen am Abend, nach einem Tag, an dem man lange Zeit stehen musste, bei nächtlichen Wadenkrämpfen, bei juckenden oder kribbelnden Beinen oder bei leichten Wassereinlagerungen – bei all diesen Beschwerden kann das rote Weinlaub helfen. Die Bestandteile der leuchtend roten Blätter, besonders die Flavonoide, wirken sich positiv auf die Venenfunktionen aus. Die Beinvenen müssen das Blut von den Füßen aus wieder zurück zum Herzen transportieren – und das Tag für Tag.

Wer viel stehen muss oder eine angeborene Bindegewebsschwäche hat (wie viele Frauen), bei dem machen die Venen manchmal schlapp, sie sacken aus und das Blut wird nicht mehr zügig weitertransportiert. Durch kleine Entzündungen werden die Gefäßwände undicht mit der Folge, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe sickert. Wasser sammelt sich an, die Beine werden schwer und schmerzen. Der Arzt kann entscheiden, ob es sich dabei noch um eine leichte Venenschwäche handelt, die mit pflanzlichen Heilmitteln bekämpft werden kann. Rotes Weinlaub und Rosskastanie sind dabei die Mittel der Wahl. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Bestandteile des roten Weinlaubs entzündungshemmend wirken und die Gefäßwände abdichten. Folglich dringt kein Wasser mehr in das umliegende Gewebe.

Als Fertigarzneimittel gibt es das rote Weinlaub in Form von Kapseln und Tabletten zum Einnehmen sowie als Creme, Gel, Balsam oder Spray zum unmittelbaren Auftragen auf die schmerzenden und geschwollenen Regionen. Gelegentlich können Übelkeit oder Magenschmerzen auftreten, wenn man die Wirkstoffe als Tabletten einnimmt. Rezeptur für einen Umschlag mit rotem Weinlaub bei geschwollenen Beinen: 2 TL getrocknete rote Weinblätter in 100 ml Wasser aufkochen und etwa 15 Minuten lang köcheln lassen, dabei mehrmals umrühren. Den Brei erkalten lassen. Anschließend auf ein sauberes Tuch geben und auf die geschwollene Stelle legen. Darüber einen Verband anlegen. 2 – 3 x täglich den Umschlag wechseln.