ChristlicherDigest

Extra-Kick für das Immunsystem


von Caroline Schwawe

Im Winter arbeitet unser Immunsystem auf Hochtouren: Überall lauern Erkältungs- und Grippeviren, die über Mund und Nase in den Körper gelangen. Sie müssen möglichst schnell von den Zellen des Immunsystems entdeckt und vernichtet werden. Höchste Zeit also, den Abwehrkräften auf die Sprünge zu helfen.

Ein unsichtbarer Kampf findet Tag für Tag in unserem Organismus statt. Da werden Krankheitserreger aufgespürt, Fremdstoffe erkannt und Krebszellen entdeckt, die anschließend wirkungsvoll vernichtet werden. Unser Immunsystem ist ständig im Einsatz – meist ohne unser Zutun und Wissen. Wir bemerken es erst, wenn es einmal nicht optimal arbeitet. In der kalten Jahreszeit haben die Abwehrzellen noch mehr zu tun als sonst, denn die Erkältungs- und Grippeviren sind überall: im vollen Bus, im Großraumbüro, auf den Türklinken öffentlicher Gebäude, immer dort, wo viele Menschen sind. Kommt dann noch nasskaltes Wetter hinzu und unpassende Kleidung, haben die Erreger ein leichtes Spiel: Wir liegen schneller flach, als uns lieb ist. Deshalb sollte man spätestens jetzt etwas unternehmen, um die Immunabwehr zu stärken und zu aktivieren.

An erster Stelle steht dabei eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Damit erhält der Körper alle Bestandteile, die er braucht, um ein starkes Abwehrsystem aufzubauen und zu behalten. Einseitige Ernährung, falsche Nährstoffzusammensetzungen, aber auch ein Zuviel an Nahrung schwächen das Immunsystem. Gehärtete Fette, zu viel Alkohol und Nikotin sind Gift für die Abwehrzellen. Reichlich Obst und Gemüse dagegen gehören auf den Speiseplan eines jeden gesundheitsbewussten Menschen, dazu fettarme Milchprodukte, täglich ein Sauermilchprodukt, Vollkornbrot sowie Oliven- und Rapsöl. Fleisch sollte nur in kleinen Mengen gegessen werden. Gerade die bunten Bestandteile im Obst (z.B. Blaubeeren, Kirschen, Granatäpfel) und im Gemüse (z.B. Brokkoli, Paprika, Rotkohl) enthalten wichtige Polyphenole, die für unsere Gesundheit so wertvoll sind. Sie unterstützen das Immunsystem und helfen auf diese Weise, Infektionen wie Erkältung und Grippe vorzubeugen.

Genügend Vitamin C lässt sich im Winter mit Orangen und Grapefruits aufnehmen, aber auch Grünkohl und andere Kohlsorten haben davon eine ganze Menge. Besonders viel Vitamin C steckt in den orangefarbenen Früchten des Sanddorns, man sollte sich also öfter mal ein Gläschen Sanddornsaft genehmigen. Auch Ingwer ist ein echter Unterstützer der Immunabwehr. Einige Scheibchen der Wurzel im Tee fördern u.a. die Durchblutung, so dass die Immunzellen mit dem Blutstrom schnell an den Eingreifort gelangen. Seit langem bewährt in der Heilpflanzenkunde ist der Purpursonnenhut, in der Fachsprache Echinacea genannt. Arzneimittel, die seine Wirkstoffe enthalten, sollen bei Atemwegsinfekten helfen und das Immunsystem stimulieren.

Darüber hinaus gehört eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von 1,5 bis 2 Litern am Tag zur gesunden Lebensweise. Gerade im Winter, wenn die Räume beheizt sind, können sich auf trockenen Schleimhäuten die Erkältungserreger schnell ansiedeln. Mineralwasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees mit Hagebutten, Hibiskus oder Rooibos sind am besten.

Bewegung und körperliche Aktivität sind ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Stärkung des Immunsystems. Täglich ein kleiner Spaziergang, frische Luft atmen und wenn möglich, etwas Sonne tanken – schon damit hilft man seinen Abwehrzellen auf die Sprünge. In den letzten Jahren wurden immer mehr wissenschaftliche Beweise dafür gesammelt, dass regelmäßige Bewegung oder moderater Sport positive Auswirkungen auf den Organismus haben. Sogar nach schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Krebs hilft der Sport, die Gesundheit zu stabilisieren. Wer sich das ganze Jahr über viel an der frischen Luft bewegt, der trainiert nicht zuletzt auch durch die unterschiedlichen Temperaturreize sein Immunsystem und beugt so Erkältungskrankheiten vor. Außerdem wird die Leistungsfähigkeit gefördert und negativer Stress, der die Abwehrzellen lähmt, reduziert.

Sogar nachts kann man seine Immunabwehr stärken – ganz einfach im Schlaf. Forscher haben herausgefunden, dass Schlafmangel ein echter Abwehrkiller ist. Schon eine einzige Nacht ohne ausreichenden Schlaf kann das Immunsystem schwächen. Wer dagegen jede Nacht seine optimale Schlafmenge bekommt, tut viel für seine Abwehrkräfte. Die richtige Schlafdauer ist dabei individuell verscheiden, meist liegt sie zwischen 7 und 8 Stunden.

Multitalent Granatapfel
Bereits seit über 5.000 Jahren wird der Granatapfelbaum zum Wohle der Menschen angebaut, weshalb er als älteste Heilpflanze in der Geschichte gilt. Auch der Apfel, den Eva im Paradies Adam überreichte, soll ein Granatapfel gewesen sein. Die Frucht enthält viele lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Darüber hinaus stecken in ihr große Mengen an sekundären Pflanzenstoffen. Besonders die Polyphenole haben es den Gesundheitswissenschaftlern angetan, denn sie neutralisieren als Antioxidantien die aggressiven Sauerstoffverbindungen (so genannte freie Radikale) in unserem Körper. Daneben entfalten sie antibakterielle, antivirale und antientzündliche Effekte. Die Kombination aller Inhaltsstoffe des Granatapfels macht die Frucht so wertvoll für unser Immunsystem.

Die wichtigsten Anbauländer sind Spanien, Italien, Iran, die kanarischen Inseln und Brasilien. Die Erntezeit für Granatäpfel liegt in den Monaten September bis März. In dieser Zeit bekommen Sie die Früchte auch auf unseren Märkten. Zum Essen einfach die Frucht halbieren und Kerne sowie Fruchtfleisch auslöffeln. Wer keine frischen Früchte bekommt, kann auf Granatapfelsaft ausweichen, den es als Direktsaft, Sirup oder aus Konzentrat gibt. Achtung, der Saft ist oft stark gesüßt. Darüber hinaus gibt es Granatapfel-Extrakte in Kapselform. Wer die Kapseln in der Apotheke kauft, kann sicher sein, Qualitätsprodukte mit gleichbleibend hohem Polyphenolgehalt zu bekommen.