ChristlicherDigest

Einen Augenblick, bitte!


von Caroline Schwawe

Die Augen sind beim Menschen das wichtigste Sinnesorgan. Die Sinneseindrücke beim Sehen bestimmen ganz wesentlich unser Leben. Wir nehmen mit ihnen unsere Umgebung wahr, wir freuen uns an bunten Farben, wir lesen in faszinierenden Büchern und sehen unserem Gegenüber in die Augen. Unsere Augen sind im Dauereinsatz – schenken wir ihnen deshalb ein wenig Beachtung.

Die Informationen, die das Auge aufnimmt, werden über Nervenbahnen zum Gehirn geleitet und dort entschlüsselt. Dabei können unvollständige Informationen mit dem Wissen, das im Gehirn bereits gespeichert ist, ergänzt und verdeutlicht werden. Wenn wir zum Beispiel ein falsch geschriebenes Wort sehen, können wir meist ohne Probleme erkennen, worum es sich handelt – Hauptsache, der erste und der letzte Buchstabe stimmen.

Diese tolle Fähigkeit des Gehirns kann uns aber auch in Sicherheit wiegen, wenn die Sehleistung in einem bestimmten Bereich abgenommen hat. Die meisten Augenleiden treten nämlich schleichend auf. Beim Glaukom (Grüner Star) beispielsweise – eine Augenerkrankung, die zum Erblinden führen kann – wird das Sehfeld nach und nach eingeschränkt, d.h. zunächst macht sich die Erkrankung am Rand des Blickfeldes bemerkbar. Doch das Gehirn kann noch eine ganze Weile den Informationsmangel kaschieren mit der Folge, dass der Betroffene nichts von seiner Erkrankung weiß. Besonders problematisch ist schlechtes Sehen bei Autofahrern, denn sie gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Nur der Facharzt kann die Augen untersuchen und feststellen, wie es um deren Gesundheit und Sehkraft bestellt ist. Ab einem Alter von 40 Jahren wird eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt empfohlen. Wer keine Probleme hat und wer familiär nicht vorbelastet ist, dem reicht alle zwei Jahre ein Gang zum Augenarzt. Alle anderen sollten sich jährlich einmal einen Termin geben lassen. Einen reinen Seh-Test kann auch der Augen-Optiker durchführen. Während bei uns derartige Tests auf freiwilliger Basis ablaufen, haben andere Länder ihre Wichtigkeit erkannt: In den USA müssen Autofahrer alle vier Jahre zum Augen-Check.

Herausforderung für die Augen
Der Computer gehört für viele Menschen zum täglichen Arbeitsleben und auch in der Freizeit ist er häufig nicht mehr wegzudenken. Doch die oft stundenlange Computerarbeit ist sehr anstrengend für die Augen, denn sie müssen sich dabei ständig an wechselnde Bilder und Kontraste anpassen. Wenn dann noch der Bildschirm eine schlechte Qualität hat und unmerklich flimmert, werden die Stunden am Computer zu einer echten Herausforderung für die Augen. Der Bildschirm sollte 50 bis 75 cm von den Augen entfernt stehen, der ausgestreckte Arm mit Hand und Fingern kann auch als Abstandsangabe gelten. Die Lichtquelle sollte von der Seite kommen, um ein blendfreies Sehen zu ermöglichen. Nach zwei Stunden Bildschirmarbeit ist eine Pause von 15 Minuten sinnvoll, in der ganz bewusst die Augen geschont werden. Gucken Sie aus dem Fenster, am besten ins Grüne, lassen Sie die Augen schweifen und entspannen Sie auch Hals und Schultermuskulatur.

Bei mangelnder Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen stellt sich häufig ein Fremdkörpergefühl in den Augen ein, das durch Zugluft von der Klimaanlage noch erhöht wird. Zur Abhilfe zwinkern und blinzeln Sie öfter mal zwischendurch, denn dadurch wird der Tränenfluss angeregt und es legt sich wieder ein Feuchtigkeitsfilm über den Augapfel. Wem das nicht genügt, der kann sich in der Apotheke so genannte „künstliche Tränen“ kaufen, ein wasserklares Gel, das ins Auge
getropft den Gleitfilm erneuert. Auch bei längeren Flugreisen können solche Augentropfen hilfreich sein, denn über den Wolken herrscht ebenfalls trockene Luft. Bei roten und gereizten Augen hilft die Teebeutel-Methode: Zwei Teebeutel Kamillentee mit Wasser aufbrühen, Teebeutel entfernen und etwas abkühlen lassen. Anschließend die leicht ausgedrückten Teebeutel auf die geschlossenen Augen legen.

Gute Sicht
Brille oder Kontaktlinsen? Diese Frage stellt sich all denjenigen, die kurz- oder weitsichtig sind und die die dritte Option, eine Sehschärfekorrektur mit Laserverfahren, ausschließen. Mit einer Brille können die meisten Arten von Fehlsichtigkeiten korrigiert werden. Brillen sind leicht zu handhaben und einfach zu pflegen: Etwas Wasser mit einem Spritzer Spülmittel genügt oder als Alternative spezielle Brillensprays oder Brillenputztücher. Darüber hinaus lassen sie sich kostengünstig herstellen und sind deshalb relativ preiswert. Eine individuell ausgesuchte Brille ist ein modisches Accessoire, das den Typ des Trägers unterstreicht. Sie muss gut sitzen, darf keine Druckstellen hinterlassen und nicht rutschen. Wer die Brille beim Sport tragen möchte, muss auf ein besonders stabiles Gestell achten. Bei vielen Sportarten stört jedoch eine Brille, außerdem kann sie leicht beschlagen und bei Regen trüben die Wassertropfen auf den Gläsern die Sicht.

Kontaktlinsen, die direkt auf dem Auge getragen werden, haben gegenüber der Brille kosmetische Vorteile: Sie verändern die Gesichtsmerkmale nicht und sind nur bei genauer Betrachtung zu erkennen. Beim Sport und in der Sauna stören sie nicht, zudem ist das Gesichtsfeld nicht durch die Brillenfassung eingeschränkt. Allerdings weisen Kontaktlinsen auch einige Nachteile auf. So klagen zum Beispiel einige Benutzer über ein andauerndes Fremdkörpergefühl im Auge. Beim Einsetzen und Herausnehmen der Linsen muss man eine gewisse Fingerfertigkeit aufweisen und vor allen Dingen auf Hygiene achten. Sauberkeit und Pflege der Linsen sind ganz wichtig, sonst können Keime ins Auge eingeschleppt werden, die zu Hornhautentzündungen führen. Staub und trockene Luft können Probleme bereiten, so dass die Augen gereizt werden. Nach dem Tragen müssen Kontaktlinsen mit speziellen Reinigungsflüssigkeiten gesäubert werden und anschließend in einer desinfizierenden Lösung aufbewahrt werden.

Entspannungsübungen für die Augen
– Ohne den Kopf zu drehen, lassen Sie ihre Augen schweifen: von oben nach unten, von rechts nach links, mehrmals hintereinander.
Fixieren Sie dabei auch die Konturen am Rande des Gesichtsfelds.
– Halten Sie einen Stift auf Armlänge vors Gesicht und fokussieren Sie ihre Augen auf ihn. Danach gucken Sie entspannt an ihm vorbei in die Ferne.
– Setzen Sie sich an einen Tisch bequem hin und stützen Sie sich mit den Ellenbogen auf. Schließen Sie die Augen und stützen Sie den Kopf in beide Hände,
so dass die Handinnenflächen locker vor den Augen liegen. Bleiben Sie in dieser Stellung mindestens 3 Minuten lang sitzen.
Die absolute Schwärze und die Wärme tun den Augen gut.