ChristlicherDigest

Weißer und Schwarzer Senf (Brassica alba und Brassica nigra)


Jeder, der gern Bratwurst isst, kennt die Gewürzpaste Senf. Sie gehört mit ihrem pikanten, mehr oder minder scharfem Geschmack einfach dazu. Der Klacks Senf regt die Verdauung an und sorgt dafür, dass die meist fette Wurst nicht so schwer im Magen liegt. Hergestellt wird die Paste aus den Samen der Senfpflanze. Diese werden gemahlen und mit Wasser, Essig, Salz und evtl. weiteren Gewürzen vermengt. Anschließend muss die Mischung einige Wochen lang reifen, bis der volle Geschmack erreicht ist.

Die Senföle sind ein natürliches Konservierungsmittel, weshalb sich Senf sogar ohne Kühlung lange hält, nur seine Schärfe verschwindet mit der Zeit. Die Wirkung des Senfs auf den Geist wurde in der Vergangenheit durchaus unterschiedlich gesehen. So sprach der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras davon, dass Senf den Verstand schärfe, während ein altes Sprichwort sagt „Senf macht dumm“.

Die Schärfe des fertigen Senfprodukts hängt davon ab, welche Senfsorte verwendet wurde, bzw. in welchem Mischungsverhältnis die beiden Hauptsorten weißer und schwarzer Senf eingesetzt wurden. Der weiße Senf mit seinen hellen Samenkörnern ist milder, während die schwarzen Samenkörner der Geschwisterpflanze schärfer sind. Alle Senfpflanzen gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse und kommen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Die einjährigen Pflanzen zeigen im Sommer hellgelbe Blüten, die in länglichen Blütenständen angeordnet sind. Daraus entwickeln sich die lanzettförmigen Schoten mit ihren kugelrunden Samenkörnern.

Senf wird in der Naturheilkunde schon seit langem eingesetzt. Bereits Hippokrates verordnete Senf-Umschläge. Innerlich angewendet, regt er Verdauung und Appetit an, da mehr Verdauungssäfte gebildet werden. Bei der äußerlichen Anwendung wirkt Senf durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und desinfizierend. Weil er sehr stark die Haut reizt, ist bei der Anwendung immer Vorsicht geboten. Kinder sollten deshalb überhaupt nicht und Erwachsene nur bei intakter Haut mit Senfumschlägen behandelt werden. Auch das Gesicht und andere empfindliche Stellen sind tabu. Naturheilkundler empfehlen Senfumschläge bei Rheuma, Hexenschuss und Verspannungen, allerdings nicht bei geröteten Gelenken. Senfmehl aus frisch gemahlenen Samenkörnern (in der Apotheke erhältlich) wird mit etwas Wasser vermischt und auf ein Tuch aufgestrichen, welches auf die zu behandelnde Hautstelle aufgelegt wird. Darüber kommt ein zweites Tuch. Nur 4 bis 6 Minuten sollte der Umschlag liegen bleiben, sonst wird die Haut zu sehr gereizt.

Wer unter kalten Füßen leidet, sollte ein Fußbad mit Senf versuchen. Dazu gibt man etwas Senfmehl in ein Papierfiltersäckchen, legt es kurz ins heiße Wasser, drückt es aus und entfernt es. Auch hier sollten die Füße nur einige Minuten im Wasser bleiben, anschließend werden sie abgespült, abgetrocknet und eingecremt.