ChristlicherDigest

Gesundheit aktuell – Natur pur für die Haut


von Caroline Schawe

Sanft und natürlich – so wünscht sich die Verbraucherin und zunehmend auch das männliche Pendant die Produkte für die Hautpflege. Während Naturkosmetik früher eher ein Nischenprodukt war und sie nur in Reformhäusern oder Naturkostläden über die Theke ging, liegt sie derzeit voll im Trend und erlebt einen Aufschwung wie noch nie.

Naturkosmetik wird immer beliebter und verlässt ihre „grüne“ Ecke, in die sie zunächst gern gestellt wurde. Die Diskussion um Nachhaltigkeit, um Umweltzerstörung und ebenso die Lebensmittelskandale wecken das Interesse nach echter Bioqualität – auch bei den Pflegeprodukten. „An meine Haut lasse ich nur Wasser und ….“, dieser alte Werbespruch scheint in den Augen der Verbraucher mehr und mehr Sinn zu ergeben. Jetzt, wo der Biotrend immer mehr Anhänger findet, springen die großen Namen in der Kosmetikbranche auf den Zug auf, der langsam, aber stetig an Geschwindigkeit gewinnt. So bieten etwa etablierte Kosmetikmarken wie Nivea mit „Pure & Natural“ und Marbert mit „Bio Care“ eine Linie mit Naturkosmetik an. „Origins“ aus dem Hause Estée Lauder ist schon seit den 90er Jahren auf dem Markt. Eine der ersten und quasi die Mitbegründerin der ganzheitlichen Naturkosmetik war die Firma Weleda, die 1967 mit ihrer ersten Pflegeserie an die Öffentlichkeit ging.

Bis zu diesem Zeitpunkt stellte sie Arzneimittel für die anthroposophische Therapierichtung her, hatte sich also schon damals den ganzheitlichen Aspekt auf die Fahnen geschrieben. Zurzeit wirbt das Traditionsunternehmen mit seiner Pflegeserie mit Granatapfelextrakten um die Gunst der Frau ab 40. Naturkosmetik gibt es inzwischen in allen Bereichen, so zum Beispiel als Gesichts-, Körper-, Baby-, Sonnen-, Haar- und Zahnpflege, für Männer und Frauen und auch als so genannte dekorative Kosmetik. Das Angebot wächst überall, aber dennoch sollte man ihren Anteil auf dem riesigen Kosmetikmarkt nicht überschätzen: Bis jetzt hat die „grüne“ Kosmetik lediglich einen Marktanteil von 5,6 Prozent.

Was ist eigentlich Naturkosmetik?

Wer heute Naturkosmetik kaufen möchte, hat die Qual der Wahl. Der Begriff Naturkosmetik ist nicht geschützt und wird deshalb auch von manchen Herstellern missbraucht. Man versteht darunter Kosmetik, die mit natürlichen, pflanzlichen Rohstoffen produziert wurde und die schonend für Mensch und Umwelt ist. Doch diese Umschreibung allein sagt wenig aus, wenn es etwa um die tatsächliche Rückstandsbelastung mit Pestiziden, um die Nachhaltigkeit des Rohstoffanbaus, um faire Handelswege und recycelbare Verpackung geht. Wer sicher sein will und sich mit gutem Gewissen mit Wirkstoffen aus der Natur sanft und natürlich pflegen möchte, sollte nach einem der beiden anerkannten Qualitätssiegel auf der Verpackung schauen, die es bei uns in Deutschland und zunehmend auch international gibt. Da sind zum einen das Siegel „Kontrollierte Natur-Kosmetik“ des Bundesverbandes deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren und Körperpflegemittel (BDIH) und zum anderen das NaTrue-Label.

Auf der Internetseite des BDIH werden allein 120 Firmen aufgeführt, deren Produkte bereits mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet wurden. Die Anbieter der konsequenten Bio-Kosmetik haben sich darauf geeinigt – und werden auch dahingehend vom BDIH überprüft -, pflanzliche Rohstoffe nur aus kontrolliertem biologischen Anbau oder aus nachhaltiger Wildsammlung zu verwenden. Derartige Ausgangsstoffe für die Herstellung von Cremes und Lotionen sind beispielsweise pflanzliche Öle und Fette, Wachse, Kräuterextrakte und Blütenwässer, aber auch ätherische Öle und Aromastoffe. Bei der Produktion spielt die Ökologie eine wichtige Rolle, folglich wird auf umweltschonende und resourcensparende Herstellungsmethoden gesetzt. Dies gilt auch bei der Verpackung des fertigen Produkts, die möglichst recycelbar sein sollte. Tierische Rohstoffe sind lediglich in Form von Milch oder Honig erlaubt. Es werden keine Tierversuche durchgeführt. Synthetische Farb- und Duftstoffe sind genauso verboten wie Silikone, Paraffine oder andere Erdölprodukte. Wenn Konservierungsstoffe wie Benzoesäure, Sorbinsäure oder andere verwendet werden, müssen sie auf der Verpackung eindeutig deklariert werden. Zur Konservierung darf aber auch keine radioaktive Bestrahlung des Produkts eingesetzt werden.

Alles im grünen Bereich?

Wie die Stiftung Warentest im Dezember 2010 feststellte, hielten sich alle von ihr getesteten Gesichtscremes mit dem Naturkosmetiksiegel an die festgelegten Standards. Auch die versprochenen Pflegeeigenschaften wurden in der Mehrzahl mit „gut“ bewertet. Besser für die Haut als herkömmliche Pflegeprodukte sind die Natürlichen aber nicht, schließlich ist alles, was auf die Haut aufgetragen wird, für sie fremd und kann beispielsweise zu Reizungen führen. Davor sind auch Naturkosmetikprodukte nicht gefeit. Gerade manche ätherischen Öle wie etwa aus der Kamille oder Aromastoffe können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen, Natur hin oder her. Mitunter muss sich die Nase der Verbraucher erst an den speziellen Geruch der natürlichen Cremes oder Lotionen gewöhnen, denn entweder werden keine Duftstoffe zugesetzt oder eben ganz andere als in der konventionellen Kosmetikbranche.

Nur mit sauberen Fingern!?

Da der Naturkosmetik vielfach keine Konservierungsstoffe beigefügt werden, besteht die Gefahr, dass sich Keime vermehren. Auf Grund der sauberen Bedingungen bei der Produktion werden wohl die meisten Produkte in einwandfreiem Zustand den Kunden erreichen, aber dann wird es kritisch. Wer mit seinen Fingern in den Kosmetiktiegel greift, bringt Bakterien oder auch Pilzsporen hinein, die im warmen Badezimmer schnell zu einer großen Anzahl anwachsen und die Creme zersetzen können. Also am besten Tuben mit kleinen Öffnungen bevorzugen oder zur Entnahme der Creme einen sauberen Spatel benutzen. Eine Aufbewahrung im Kühlschrank ist zu empfehlen.