ChristlicherDigest

Haargenau richtig


von Anette Brecht-Fischer

Schöne und gepflegte Haare wünscht sich jeder. Dazu noch die passende Frisur und schon fühlt man sich wohl! Lesen Sie hier alles über die richtige Pflege sowie über die neuesten Frisurentrends für Sie und Ihn.

Praktisch und pflegeleicht soll die Frisur sein, so die Meinung der meisten Frauen. Da kommt die Empfehlung der Trendfriseure für diesen Sommer gerade recht, denn sie propagieren (erneut) den mittellangen Bob. Die Haare werden dabei etwa kinnlang geschnitten, mit oder ohne Pony. Beliebt ist auch der schräge Pony. Die Seitenpartien dürfen fransig ins Gesicht fallen oder auch hinters Ohr gesteckt werden. Tagsüber ist der Bob stilvoll und schlicht, abends lässt er sich leicht zu einer partytauglichen Frisur aufstylen. Was die Haarfarben angeht, so dominieren in dieser Saison alle brünetten Töne von hellbraun bis schokobraun. Bei den Männern dürfen die Haare deutlich kürzer sein: Einige Millimeter bis zu einigen Zentimetern schlagen die Modeexperten vor, obwohl Frauen – Umfragen zufolge – eigentlich mittellange Haare bei ihren Partnern lieben, denn die lassen sich so schön durchwuscheln.

Haare bestehen aus Horn, genauer gesagt aus Keratin, dem gleichen Stoff, aus dem auch Finger- und Zehennägel sind. Sie werden in den Haarwurzeln gebildet und langsam nach außen geschoben. Sechs bis acht Jahre lang ist eine Haarwurzel im unermüdlichen Einsatz, dann geht sie zugrunde und das Haar fällt aus. Wie viele Haare auf dem Kopf sind, hängt von der Haarfarbe ab. Blondschöpfe haben dünne Haare, aber dafür umso mehr, nämlich etwa 150.000. Schwarze und Brünette haben rund 100.000 Hornfäden und Rote nur ungefähr 75.000, dafür aber relativ dicke Haare. Die innere Schicht eines Haares besteht aus mehreren Eiweißfasern, die für Festigkeit und Elastizität sorgen. Sie sind umgeben von Pigmentkörnern, die die Haarfarbe bestimmen. Um diesen inneren Kern legt sich eine durchsichtige Keratinschicht, die die Farbpigmente durchscheinen lässt. Diese äußere Hülle besteht aus lauter einzelnen Schuppen, die eng übereinander liegen, vergleichbar mit einem Tannenzapfen. Bei Trockenheit, starker Beanspruchung und schlechter Pflege stehen die Schuppen am Haarschaft seitlich ab mit der Folge, dass die Haare stumpf und glanzlos aussehen. Nach dem Waschen verkletten sie sich und lassen sich nur schwer kämmen. Bei guter Pflege dagegen ist die Schuppenschicht fest geschlossen, die Farbe scheint satt und glänzend hindurch, das Haar ist geschmeidig und lässt sich gut kämmen und in Form bringen.

Soweit die Theorie, doch wie pflegt man seine Haare richtig? Grundsätzlich sollte man Pflegeprodukte bevorzugen, deren pH-Wert bei 5,5 liegt, den auch die gesunde Kopfhaut aufweist. Für jedes Haarproblem, egal ob es sich um dünne, strapazierte oder getönte Haare handelt, gibt es die passenden Pflegeserien. Es ist vorteilhaft, alle Produkte aus einer Serie zu verwenden, da sie in ihrer Wirkung aufeinander abgestimmt sind. Wer sein Haar täglich wäscht, kommt mit relativ wenig Shampoo aus und sollte die Wassertemperatur nicht zu heiß wählen. Gründliches Ausspülen, bis die Haare „quietschen“, ist wichtig. Danach eine Spülung im Haar verteilen, nur kurz einwirken lassen und erneut gründlich ausspülen. Ohne Spülung ist das Haar oft widerspenstig und lässt sich schlecht durchkämmen, was speziell für lange Haarmähnen gilt.

Alles, was das Haar schädigt oder beansprucht, wie beispielsweise lange Sonnenbäder, Baden im Salzwasser, starkes Blondieren oder heiße Föhntemperaturen, sollte vermieden werden. Ansonsten ist ab und zu eine Extraportion Pflege angesagt, also eine Haarkur, die auf die speziellen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Eine solche Kur verbleibt längere Zeit im Haar, so dass ihre Pflegebestandteile gut einwirken können und die abstehende Schuppenschicht an den Haaren geglättet wird. Die überschüssigen Pflegestoffe müssen nach der Einwirkzeit wieder sorgfältig mit lauwarmem Wasser ausgespült werden. Wer eine starke Naturkrause hat, die besonders viel Feuchtigkeit und Pflege benötigt, ist auch mit Sprühkuren gut bedient, die im Haar verbleiben.

Bei der Qualität der Bürsten und Kämme sollte man nicht sparen, denn minderwertige Produkte können das Haar nachhaltig schädigen. Kämme aus Plastik beispielsweise mit Schweißnähten an den Zinken zerstören die Struktur der Haare. Experten empfehlen eher grobzinkige Kämme aus Horn, Hartgummi oder Holz. Haarbürsten mit Naturborsten behandeln das Haar besonders schonend, was speziell für lange Haarschöpfe wichtig ist – schließlich begleitet jedes einzelne Haar seine Trägerin mehrere Jahre lang.

Schuppen auf den Schultern?
Wenn es weißlich aus den Haaren rieselt und sich Schuppen auf der Kleidung zeigen, ist das ein Zeichen für eine unnormale, vermehrte Schuppenbildung. Den natürlichen Vorgang, bei dem abgestorbene, verhornte Zellen der Kopfhaut abgestoßen werden, nimmt man kaum wahr. In den meisten Fällen ist eine erhöhte Talg-, d.h. Fettproduktion der Kopfhaut Ursache für die extreme Schuppenbildung. Zu fettes Essen, zu viel Kaffee, zu enge Mützen, aber auch Stress und Hormonstörungen können den Stoffwechsel der Kopfhaut beeinträchtigen. Eine weitere Ursache für Schuppen ist das seborrhoische Ekzem, welches die Talgproduktion ebenfalls erhöht. Nun tritt ein winziger Hefepilz auf den Plan und verschlechtert die Situation. Er gehört zur normalen Besiedelung der Kopfhaut. Wenn aber besonders viel Talg gebildet wird, vermehrt er sich rasant. Die Abfallprodukte des Pilzes verursachen Kopfjucken und reizen die Haut. Es kommt schließlich zur Abschilferung der Hautzellen.
Die zweite Ursache für Schuppen kann eine sehr trockene Kopfhaut sein, hervorgerufen durch falsche Pflege und große Hitze beim Föhnen.
Mit speziellen Schuppenshampoos bekommt man das Problem normalerweise schnell in den Griff. Zeigt sich allerdings nach einem Monat noch keine Besserung, sollte man den Hautarzt um Rat fragen.