ChristlicherDigest

Dialysegerät

von Viktor Bley

Die Dialyse ist ein Verfahren zur Blutreinigung, das dann angewendet wird, wenn die Niere versagt. Normalerweise filtert die Niere aus dem Blut all das heraus, was der Körper nicht mehr braucht und was ihm schadet, also Endprodukte des Stoffwechsels und so genannte Giftstoffe. Diese werden dann mit dem Harn ausgeschieden. Funktioniert das körpereigene Ausscheidungssystem nicht mehr, kann seine Funktion vom Dialysegerät übernommen werden. Die Blutwäsche muss normalerweise dreimal die Woche für jeweils 4 bis 6 Stunden erfolgen.

Das Dialysegerät enthält ein Pumpsystem, welches das Blut aus einer vorher speziell vorbereiteten Vene aus dem Körper leitet, durch das Gerät führt und schließlich wieder in den  Blutkreislauf des Patienten zurückbringt. Damit das Blut bei dieser Prozedur nicht gerinnt, wird Heparin zugesetzt, wodurch das Blut flüssig bleibt. Das eigentliche Herzstück der künstlichen Niere, wie das Dialysegerät auch genannt wird, ist der Dialysator. In ihm erfolgt die Reinigung des Blutes. Der Dialysator arbeitet nach dem Prinzip der Diffusion. Diese tritt ein, wenn zwei unterschiedliche Flüssigkeiten durch eine halb-durchlässige Membran getrennt werden. Eine derartige Membran besitzt winzige Poren, durch die Moleküle bis zu einer bestimmten Größe hindurchschlüpfen können. Enthalten die Flüssigkeiten zu beiden Seiten der Membran eine unterschiedliche Menge an diesen kleinen Molekülen, dann haben die das Bestreben, das Ungleichgewicht zu beenden. Das heißt, von der Seite mit vielen kleinen Molekülen wandert ein Teil von ihnen durch die Membran auf die andere Seite, wo sich vorher nur wenige dieser Moleküle befanden. Wenn man die Flüssigkeit auf dieser Seite ständig austauscht, diffundieren praktisch alle kleinen Moleküle von der einen zur anderen Seite.

Bei der Blutwäsche strömt nun das Blut – durch eine entsprechende Membran getrennt – an der in die entgegengesetzte Richtung fließenden Dialyseflüssigkeit vorbei. Diese besteht aus speziell aufbereitetem Wasser, ein wenig gelösten Salzen und eventuell etwas Glucose. Die Membran zwischen den beiden Flüssigkeiten ist so ausgestattet, dass nur die Schlackenstoffe des Blutes wie Harnstoff, Kreatinin, gelöste Salze und Wasser problemlos auf die andere Seite wechseln können. Größere Moleküle wie zum Beispiel Eiweiße und die zellulären Bestandteile des Blutes können nicht hindurch. Die Schlackenstoffe, die auf der Blutseite in großer Menge vorliegen, wandern durch die Membran auf die andere Seite, wo sie von der Dialyseflüssigkeit aufgenommen und wegtransportiert werden. Für eine mehrstündige Dialyse benötigt man ungefähr 120 bis 150 Liter der Dialyseflüssigkeit. Das gereinigte Blut wird anschließend wieder in den Körper zurück geleitet.

Die modernen Dialysegeräte verfügen neben ihren Funktionen für die Blutwäsche über eine ganze Palette verschiedener Mess- und Regelungssysteme. Sie dienen der Patientenüberwachung und verhindern ein fehlerhaftes Bedienen der künstlichen Niere.

Fotonachweis: © Fresenius- Dialysegerät