ChristlicherDigest

Herzschrittmacher

Cylos
von Viktor Bley

Im Durchschnitt ist ein Patient 75 Jahre alt, wenn ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt wird. Normalerweise schlägt das Herz immer schön gleichmäßig rund 60 bis 80 Mal in der Minute. Bei sportlicher Bewegung oder in emotionalen Stresssituationen können es auch mehr als 100 Schläge pro Minute sein. Doch manchmal wird der Herzrhythmus durch Krankheiten oder einfach durch den Prozess des Alterns gestört: Das Herz schlägt dann unregelmäßig oder sehr viel langsamer als es eigentlich sollte. Dadurch wird zu wenig Sauerstoff in den Körper gepumpt, die Patienten fühlen sich dauernd schlapp und schwindelig, sind nicht mehr leistungsfähig und ihre Lebensqualität ist deutlich eingeschränkt.

Ein implantierter Herzschrittmacher kann die Lage der Betroffenen deutlich verbessern. Seit mehr als 50 Jahren hilft dieses kleine Gerät dem Herzen auf die Sprünge, sodass der Herzrhythmus wieder dem eines gesunden Herzens gleicht. Bei jedem elektrischen Impuls des Herzschrittmachers zieht sich der Herzmuskel zusammen und pumpt dann das Blut in den Körper. Inzwischen tragen weltweit rund zwei Millionen Menschen einen Schrittgeber für ihr Pumporgan. Die Bestandteile des ersten Modells packte der Erfinder aus Mangel an Alternativen in eine leere Schuhcremedose und goss diese mit Epoxid-Harz aus. Heute sind die Geräte nur noch rund vier Zentimeter lang und wiegen etwa 40 Gramm. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem elektronischen Schaltkreis in Miniformat und einer besonders langlebigen Lithium-Batterie, beides untergebracht in einem Gehäuse aus Titan. Die Verbindung zum Herzen wird mit ein oder zwei Elektroden hergestellt. Dies sind elektrisch isolierte, dünne Drähte, die im rechten Vorhof oder in der rechten Kammer des Herzens verankert werden. Der Schrittmacher sendet über die Elektroden nicht nur Impulse aus, sondern registriert auch die Signale des Herzens. Erfolgt innerhalb einer bestimmten Zeitdauer kein Herzschlag, wird sofort ein Impuls zur Stimulation abgegeben, worauf sich das Herz prompt zusammenzieht.

Viele Schrittmachermodelle können ihre Impulsabgabe an die körperliche Leistung des Patienten anpassen. Da der Herzschlag beim Sport, beim Treppensteigen oder bei der Gartenarbeit normalerweise ansteigt, sorgt auch der Herzschrittmacher in solchen Situationen für eine erhöhte Schlagzahl. Sogar Gefühle, die beispielsweise bei einem spannenden Film oder bei einem freudigen Zusammentreffen entstehen und den Herzschlag ankurbeln, können von der neuesten Generation der Geräte erkannt werden, die daraufhin entsprechend reagieren.

Die Implantation eines Herzschrittmachers erfolgt meist rechts oder links unterhalb des Schlüsselbeins. Durch eine Vene wird zunächst die Elektrode bis ins Herz vorgeschoben und anschließend mit dem Gerät verbunden. Die Batterie hat eine Lebensdauer zwischen fünf und 12 Jahren – abhängig von der Beanspruchung – und kann dann durch eine kleine Operation ausgetauscht werden. Die regelmäßige Kontrolle des Geräts erfolgt ohne Eingriff von außen. Patienten mit Herzschrittmachern sollten starke elektromagnetische Felder meiden. Genauere Hinweise geben Arzt und Hersteller.