ChristlicherDigest

Computertomografie (CT)

Wie funktioniert denn das?

von Viktor Bley

Schicht um Schicht liefert die Computertomografie (kurz CT genannt) Bilder des untersuchten Körpers. Das Gerät sieht von außen wie ein großes, röhrenförmiges Gehäuse aus mit einer runden Öffnung in der Mitte. Während der Untersuchung wird der Patient auf einer Liege in den Computertomografen gefahren. Der Tunnel des Geräts ist relativ kurz, so dass sich der größte Teil des Körpers außerhalb befindet. Da die Computertomografie mit Röntgenstrahlung arbeitet, verlässt das medizinische Personal während der Untersuchung den Raum, ist aber durch eine Gegensprechanlage mit dem Patienten verbunden. Dieser sollte entspannt liegen und gegebenenfalls je nach Anweisung für einige Sekunden den Atem anhalten, damit die Bilder durch die Atembewegungen nicht verwackeln. Manchmal ist ein jodhaltiges Kontrastmittel notwendig, das der Patient vor der Untersuchung trinken muss oder das intravenös gespritzt wird. Die Computertomografie ist schmerzlos und dauert je nach durchleuchtetem Körperteil zwischen 3 und 30 Minuten.

Bei der Computertomografie handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren, für das die Erfinder 1979 den Nobelpreis erhielten. Eine normale Röntgenaufnahme erzeugt ein zweidimensionales Bild, bei dem sich verschiedene Gewebsstrukturen überlagern. Beim CT dagegen liegt am Ende ein dreidimensionales Abbild vor. Dazu werden mehrere Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln rund um den zu untersuchenden Körperteil herum gemacht. Der Computer berechnet daraus ein Bild, das aussieht, als hätte man eine Scheibe aus dem Körper des Patienten geschnitten. Während dieser auf der Liege langsam durch das Gerät gefahren wird, werden viele solcher Scheiben hintereinander produziert. Wie bei einem aufgeschnittenen Toastbrot kann nun Scheibe für Scheibe nebeneinander gelegt und inspiziert werden. Die Mediziner können die Schichtdicke der Scheiben bestimmen und so auch kleinste Strukturen in Augenschein nehmen. In vielen Fällen lässt sich die Aussagekraft der Bilder durch ein Kontrastmittel noch erheblich verbessern. Ständige Weiterentwicklungen der Technik machen es inzwischen auch möglich, Aufnahmen vom schlagenden Herzen anzufertigen. So können die Ärzte zum Beispiel in den Herzkranzgefäßen eventuelle Verkalkungen und Ablagerungen erkennen.

Die besondere Technik der Computertomografie, nämlich viele Röntgenbilder aus verschiedenen Blickrichtungen zu schießen, um daraus das Gesamtbild zu errechnen, birgt gleichzeitig auch ein Risiko für den Patienten. Die Belastung durch die Röntgenstrahlung ist relativ hoch und wird nach Aussage von Radiologen der Ruhr-Universität Bochum aus dem Jahr 2007 von vielen Ärzten unterschätzt. Die Notwendigkeit einer CT-Untersuchung sollte deshalb auch vor dem Hintergrund der Strahlenbelastung kritisch hinterfragt werden. Dennoch steigt ihre Zahl in Deutschland Jahr für Jahr.