ChristlicherDigest

Mammografie

Wie funktioniert denn das?

Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust. Dabei wird jede Brust von zwei Seiten aufgenommen, einmal von oben nach unten und einmal schräg von der Seite. Die Frau steht dicht vor dem Röntgengerät, das genau auf Brusthöhe eingestellt wird. Für jede Aufnahme wird die Brust zwischen zwei Plexiglasscheiben so weit wie möglich zusammengepresst. Obwohl die Kompression nur wenige Sekunden dauert, bis das Röntgenbild gemacht ist, wird sie von vielen Frauen als unangenehm und schmerzhaft empfunden.

Mit der Mammografie werden zwei unterschiedliche Ziele verfolgt: Zum einen dient sie zur Abklärung bei auffälligen Symptomen wie zum Beispiel einem ertasteten Knoten, Hautveränderungen an der Brust oder Absonderungen aus der Brustwarze. Zum anderen wird sie zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt, zu einem Zeitpunkt also, an dem die Frauen keinerlei äußerlichen Symptome aufweisen. Kleine, noch nicht tastbare Tumore und so genannter Mikrokalk, oft eine Vorstufe von Brustkrebs, können dabei erkannt werden. Von der Technik her handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung mit weicher Strahlung. Bei der klassischen Methode wird das Bild auf eine Filmfolie gebannt, während bei der neueren Variante die Aufnahmen als digitale Bilder auf dem Computer gespeichert werden. Wie bei jeder Röntgenaufnahme treffen auch hier ionisierende Strahlen, die potentiell gefährlich sind und selbst Krebs auslösen können, auf die durchleuchteten Gewebeschichten. Allerdings ist das Strahlenrisiko altersabhängig: Am höchsten ist es in der Teenagerzeit, nimmt dann mit zunehmendem Alter ab und wird nach der Menopause der Frau als niedrig eingestuft. Die bei der Untersuchung so unangenehme Kompression der Brust ist erforderlich, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Je flacher das Gewebe, umso kleiner kann die benötigte Strahlendosis sein. Außerdem wird durch das Zusammenpressen das Brustgewebe seitlich auseinandergespreizt, so dass es übersichtlicher und besser zu beurteilen ist. Hinzu kommt noch, dass ein „Verwackeln“ der Bilder praktisch unmöglich ist.

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland das Mammografie-Screening-Programm, zu dem alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren im zweijährigen Turnus eingeladen werden. Immer zwei Ärzte begutachten unabhängig voneinander die Bilder. Bei einem Verdacht oder wenn es Unklarheiten gibt, wird die betreffende Patientin zur weiteren Abklärung benachrichtigt. Vor- und Nachteile des Mammografie-Screenings werden immer wieder heftig diskutiert. Mit diesem Untersuchungsprogramm treten nicht weniger Brusttumore auf als vorher, man entdeckt sie nur früher. Im Allgemeinen jedoch erhöht ein früh erkanntes Karzinom die Lebenserwartung der Frauen. Allerdings werden nicht alle Tumore im Screening entdeckt. Auf der anderen Seite gibt es falsche positive Ergebnisse, bei denen Gewebestrukturen fälschlicherweise als Tumore oder deren Vorstadien eingestuft werden. Die sich anschließenden weiteren Untersuchungen und die eventuelle Entnahme einer Gewebeprobe belasten die Patientin psychisch und physisch.

von Viktor Bley