ChristlicherDigest

Ginkgo – Das lebende Fossil



Ein ausgewachsener Ginkgo ist eine imposante Erscheinung: Er wird mehr als 40 Meter hoch, weist einen dicken Stamm und pyramidenförmigen Wuchs auf.

Das Besondere sind jedoch seine Blätter, von denen jedes einzelne mit Blattnerven, die alle vom Blattansatz ausgehen, wie ein gespreizter Fächer aussieht. Keine andere Pflanze weltweit hat diese auffällige Blattform. Man nimmt an, dass der Ginkgo entwicklungsgeschichtlich zwischen den älteren Nadelbäumen und den jüngeren Laubbäumen steht. Alle verwandten Arten sind längst ausgestorben, nur den Ginkgo gibt es noch immer – ein lebendes Fossil.

Beheimatet ist der Ginkgo in China. Er breitete sich in ganz Asien aus und kam im 18. Jahrhundert nach Europa. Da die Pflanze unempfindlich gegenüber Luftschadstoffen und Streusalz sowie weitgehend resistent gegenüber Schädlingen und Krankheiten ist, wurde sie zu einem beliebten Park- und Straßenbaum. Der Ginkgo ist zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Exemplare. Da die Samen am weiblichen Baum nach einiger Zeit unangenehm nach Buttersäure riechen, werden heute bei uns meist nur noch männliche Ginkgos gepflanzt. In Asien dagegen schätzt man auch die weiblichen Bäume, denn die Samen kann man essen. Nachdem die harte Schale entfernt wurde, wird der gelbe Innenkern geröstet und gesalzen als Knabberei angeboten. Darüber hinaus dienen die Kerne klein gehackt als Gewürz für Reis- oder Eierspeisen.

In seinem Heimatland wird der Ginkgo biloba seit Jahrhunderten als kraftspendend und lebensbejahend verehrt. Auf Grund der Gestalt seiner Blätter gilt er als Symbol für Harmonie. In der chinesischen Heilkunde wurden Blätter und Samen früher gegen Erkrankungen der Atemwege wie Asthma und Bronchitis eingesetzt. Heute wird die Pflanze, die in Japan auch Entenfußbaum genannt wird, vor allem wegen ihrer Verbesserung der Gehirndurchblutung geschätzt. Die Arzneimittelindustrie verwendet für ihre Präparate hoch dosierte Extrakte aus Ginkgo-Blättern, die ganz besondere Flavonoide und Terpenoide enthalten. Dies sind komplizierte Moleküle, die synthetisch noch nicht vollständig hergestellt werden können. Deshalb ist man noch immer auf das natürliche Vorkommen in den Blättern des Baumes angewiesen. Folglich wird Ginkgo in den USA zum Beispiel auf großen Plantagen angebaut. Speziell an den Nervenzellen des Gehirns wirken sich die Eigenschaften des Ginkgo-Extraktes positiv aus. Er verbessert die Gedächtnisleistung, ist also bei Konzentrationsstörungen und Gedächtnismangel angebracht. Ginkgo-Präparate werden aber auch bei Ohrensausen, Tinnitus und Schwindelgefühl eingesetzt. Da die Fließeigenschaften des Blutes günstig beeinflusst werden – es also dünnflüssiger wird – sollte man ohne Absprache mit dem Arzt nicht zusätzlich noch blutverdünnende Medikamente einnehmen.