ChristlicherDigest

Zahnpflege


Die Zahngesundheit spielt eine wichtige Rolle im persönlichen Wohlbefinden. Voraussetzung dafür ist eine optimale Zahnhygiene von klein an. Wir befragten dazu Dr. Sabine Reith, niedergelassene Zahnärztin in Stuttgart.

Früher hieß es immer, man solle sich drei Mal täglich die Zähne putzen. Gilt diese Aussage auch heute noch?

Bei besonderen Gebisssituationen und bei Kariesanfälligkeit empfehlen wir das immer noch. Als Standard ist zweimaliges gründliches Zähneputzen ausreichend, wobei dem Putzen am Abend vor dem Zubettgehen die größte Wichtigkeit zukommt. Der Zahnbelag, auch Plaque genannt, auf und zwischen den Zähnen muss sorgsam entfernt werden, damit dieses gefährliche Gemisch aus Bakterien, Eiweiß, Zucker und anderen Bestandteilen den Zahnschmelz während der Nacht nicht angreift.

Mit welcher Zahnputztechnik entfernt man den Zahnbelag am besten?
Das ist stark altersabhängig. Die ganz Kleinen dürfen bürsten, wo sie wollen – einfach, um sich an regelmäßige Mundhygiene zu gewöhnen. Im Alter von 3 bis 5 Jahren sollten die Kinder mit Kreisbewegungen über beide Kiefer hinweg die Zähne reinigen. Ab 6 Jahren, wenn die Motorik schon weiter entwickelt ist, sollten bei leicht geöffnetem Mund Ober- und Unterkiefer einzeln mit kleinen kreisenden Bewegungen geputzt werden. Bei Erwachsenen wird eine andere Technik empfohlen, bei der auch die Zahntaschen am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch gereinigt werden. Dabei wird die Zahnbürste leicht schräg in einem 45° Winkel halb auf dem Zahnfleisch, halb auf dem Zahn angesetzt und mit kleinen, rüttelnden Bewegungen zunächst auf der Stelle bewegt. Anschließend wird die Bürste über die Zahnoberfläche abgerollt.

Putzt eine Handzahnbürste oder eine elektrische Zahnbürste besser?

Das kann man nicht so einfach sagen, es kommt auf die persönliche Situation an. Die Reinigungskraft einer elektrischen Zahnbürste mit ihren oszillierenden Bewegungen ist gut. Sie ist sicher auch zur Motivation bei Kindern oder Jugendlichen besser geeignet als eine „langweilige“ Handzahnbürste. Ebenso bei Personen mit eingeschränkter Motorik wie z.B. bei Rheumakranken oder bei Behinderten sind sie zu empfehlen. Wer seine Zähne mit der Handzahnbürste einfach nur „schrubbt“, ist ebenfalls mit einer elektrischen Zahnbürste besser bedient. Auf jeden Fall sollte man auf Qualität achten und keine No-Name-Produkte verwenden.

Welche Zahnpasta sollte man wählen?

Es gibt nicht eine Zahnpasta für alle, aber jeder kann „seine“ Zahnpasta finden. Am besten, man spricht seinen Zahnarzt darauf an. Je nach dem Zustand der Zähne und der individuellen Zahnputztechnik sind Zahnpasten mit mehr oder weniger Putzkörper, die wie Scheuermittel wirken, zu empfehlen. Verschiedene therapeutische Zusätze wie z.B. Fluoride hemmen die Kariesentwicklung oder wirken antibakteriell. Kinderzahnpasten haben wiederum eine andere Zusammensetzung. Auch für besonders empfindliche Zähne gibt es spezielle Zahnpasten. Und schließlich muss einem der Geschmack zusagen, wenn man sich täglich damit die Zähne putzen soll.

Muss man Zahnseide und Interdentalbürstchen benutzen oder ist das nur etwas für Zahnpflegefreaks?
Allein mit einer Zahnbürste kann man die Zahnzwischenräume nicht erreichen. Die Plaque dort ist, wenn sie nicht entfernt wird, für viele Kariesfälle verantwortlich. Deshalb ist es absolut notwendig, die Zahnzwischenräume zusätzlich mit Zahnseide oder mit Interdentalbürstchen zu reinigen. So früh wie möglich sollte man damit anfangen, am besten ab einem Alter von etwa zwölf Jahren. Wir empfehlen zu Beginn eine gewachste Zahnseide, obwohl deren Reinigungswirkung etwas geringer ist. Sie ist aber einfacher zu gebrauchen und fasert nicht so schnell auf. Nach dem Einsatz von Zahnseide und/oder Interdentalbürstchen kann man den Mund mit Wasser oder mit einer Mundspüllösung noch einmal ausspülen und dabei die Flüssigkeit durch die Zahnreihen pressen. So werden die gelockerten Plaquereste weggespült. Allein mit einer Munddusche lassen sich die Zahnzwischenräume übrigens nicht reinigen.

Warum ist schon die Pflege der Milchzähne so wichtig?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Auch Milchzähne können Karies bekommen, was dann aufgrund des besonderen Zahnaufbaus besonders schmerzhaft ist. Die Breinahrung der Kinder bleibt länger an den Zähnen haften und begünstigt so die Entstehung von Zahnbelag. Man kann auch die Milchzähne nicht einfach opfern, nach dem Motto “es kommen ja neue Zähne“, denn die ersten Zähne haben eine wichtige Funktion als Platzhalter im Kiefer. Zudem ist es nötig, die Kinder frühzeitig an die tägliche Zahnpflege zu gewöhnen. Für die Kleinsten gibt es Babyzahnbürsten, danach sind Kinder- oder Lernzahnbürsten angebracht.

Fast jedes Kind hat heutzutage irgendwann eine feste Zahnspange. Wie sollte in dieser Zeit die Zahnpflege aussehen?
Es gibt spezielle Zahnbürsten für kieferorthopädisch versorgte Gebisse, aber auch elektrische Zahnbürsten empfehlen wir. Außerdem bietet sich hier der Einsatz von Munddusche und Mundspüllösungen an. Ganz dünne Interdentalbürstchen können je nach Gegebenheiten ebenfalls nützlich sein.

Weitere Artikel zum Thema Mundhygiene