ChristlicherDigest

Schwangerschaft


Schwangerschaftsbeschwerden

Nicht immer leicht – das Leben zu Zweit

von Anette Brecht-Fischer

Eine Schwangerschaft bedeutet immer eine gewaltige Umstellung für die Frau. Hormone fluten den Körper in bis dahin ungekannter Weise und verursachen mannigfache Veränderungen, die den gesamten Organismus betreffen.

Neun Monate lang läuft der Körper der Schwangeren auf Hochtouren. Das Leben zu Zweit verlangt ihm einiges ab, so dass gelegentliche Müdigkeit und Abgespanntheit in dieser Zeit ganz normal sind. Wer kann, sollte sich schonen und die Vorfreude auf das Kind genießen. Oft ist die Schwangerschaft ein richtiges Schönheitsmittel: Die Konturen werden runder, die Gesichtszüge weicher, unreine Haut verschwindet und das Haar wird dicker und glänzender. Sogar manche chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Migräne oder Multiple Sklerose treten während der Schwangerschaft weniger stark auf als vorher. Auf der anderen Seite leidet manche werdende Mutter unter Beschwerden, die sie früher überhaupt nicht kannte. Häufig helfen schon einfache Tipps und Tricks, um die Wehwehchen erträglicher zu machen oder um sie wieder loszuwerden.

Übelkeit: Zu Beginn der Schwangerschaft klagen viele Frauen über morgendliche Übelkeit und Erbrechen. Auch bestimmte Gerüche und Speisen mögen sie nicht mehr riechen und sehen. Auslöser dafür ist das nach der Befruchtung gebildete Hormon HCG. Nach den ersten drei Monaten verschwinden die unangenehmen Symptome meist wieder. Wer morgens vor dem Aufstehen ein kleines Stückchen Brot isst oder eine Tasse Tee in kleinen Schlucken trinkt, wird meist nicht mehr so stark geplagt. Auch homöopathische Mittel helfen.

Sodbrennen: Das Hormon Progesteron entspannt die Muskulatur und damit leider auch den oberen Schließmuskel des Magens. Drückt dann auch noch die Gebärmutter von unten auf den Magen, kann es passieren, dass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Ärzte empfehlen, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu essen und die Speisen sorgfältig zu kauen. Auf Nahrungsmittel, die die Säureproduktion steigern, sollte man verzichten. Dazu gehören u.a. Kaffee, Hülsenfrüchte, Zitrusfrüchte und Süßes. In akuten Fällen hilft es, einige Mandeln gründlich zu kauen oder etwas Milch zu trinken..

Verstopfung: Die schwangerschaftstypischen Hormone führen zu einer Entspannung der Darmmuskulatur, die deshalb den Nahrungsbrei nicht mehr so schnell wie vorher durchschleust. Die Folge ist Verstopfung, unter der viele Schwangere leiden. Abhilfe schafft ballaststoffreiche Nahrung, die für eine gute Füllung des Darms sorgt und ihn so zur Arbeit antreibt. Vollkornprodukte, viel Obst und Gemüse sowie Trockenfrüchte sollten auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehört auch eine ausreichende Trinkmenge. Mindestens zwei Liter sollten es täglich sein, am besten stilles Wasser und Kräutertee. Auch Bewegung und Yogaübungen helfen, den Darm in Schwung zu halten.

Brustschmerzen: Während der Schwangerschaft wird das Hormon Prolaktin gebildet, das die Milchbildung anregt. Das Drüsengewebe der Brust wächst und verursacht oft ein unangenehmes Spannungsgefühl sowie juckende und schmerzende Brustwarzen. Warme Umschläge mit Lavendelöl oder ein Lavendelvollbad verschaffen Linderung. Ein gut sitzender BH entlastet die schwerere Brust.

Rückenschmerzen: In den letzten Schwangerschaftsmonaten begünstigt der wachsende Babybauch Fehlhaltungen wie Hohlkreuz oder Rundrücken beim Stehen und Gehen, was zu kräftigen Rückenschmerzen führen kann. Achten Sie auf eine aufrechte Haltung und gutes Schuhwerk. Langes Stehen sollte vermieden werden. Schwangerschaftsgymnastik und Bewegung im Wasser wie z.B. Rückenschwimmen sind zu empfehlen. Selbst wer aufgrund des Bauches sich ziemlich unbeweglich findet, spürt im Wasser eine deutliche Entlastung.

Wadenkrämpfe: Viele Schwangere leiden unter Wadenkrämpfen, die nachts besonders unangenehm sind. Ursache ist häufig ein Magnesiummangel. Während der Schwangerschaft ist der Magnesiumbedarf des Körpers erhöht, außerdem wird durch vermehrtes Schwitzen viel wieder ausgeschieden. Bestimmte Mineralwässer, Vollkorn- und Milchprodukte sowie grünes Gemüse enthalten reichlich Magnesium, aber oft ist der Mangel durch die Ernährung allein nicht zu beheben. Magnesiumtabletten können hier helfen. Wer von einem Wadenkrampf im Bett überrascht wird, sollte das Bein strecken, die Zehen nach oben zum Körper und die Ferse nach unten ziehen. Anschließend die Wadenmuskulatur massieren.

Geschwollene Beine: Dicke Beine und Hände kommen bei Schwangeren häufig vor, besonders in den letzten Wochen vor der Niederkunft. Dabei handelt es sich um Wassereinlagerungen (Ödeme), die normalerweise kein Grund zur Sorge sind. Sie können aber ein Anzeichen für eine beginnende Schwangerschaftsvergiftung sein und sollten deshalb auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Liegt nichts Dramatisches vor, dann kann man mit Wechselduschen und Massagen versuchen, sich Linderung zu verschaffen. Wichtig ist auch, genügend zu trinken, damit der Stoffwechsel „rund“ läuft und Schadstoffe ausgeschieden werden können. Wer oft Kartoffeln isst, trägt ebenfalls dazu bei, Wassereinlagerungen auszuschwemmen.

Keine Experimente!
In der Schwangerschaft sollten Sie noch mehr als sonst auf ihren Körper achten. Gesunde, vitaminreiche Kost ist wichtig, damit sich das Baby optimal entwickeln kann. Alkohol und Zigaretten sind tabu, denn beides schädigt das ungeborene Kind. Wenn Sie Schmerzen und ungewöhnliche Symptome bei sich feststellen, sollten Sie nicht selbst mit Tabletten oder Tees herumdoktern, sondern ihren Arzt oder ihre Hebamme um Rat fragen.

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