ChristlicherDigest

Bei Erkältungen: Schnell wieder fit


von Caroline Schawe

Es gibt immer wieder eine Hochsaison für Husten und Schnupfen. Dabei haben Erkältungen nicht – wie der Name irrtümlich vermuten lässt – mit dem kalten Wetter zu tun, sondern viel eher mit trockener Heizungsluft. Im Winter halten wir uns vermehrt in gut geheizten Räumen auf, die die Nasenschleimhaut austrocknen. Dadurch wird sie schlecht durchblutet, was die Immunabwehr vor Ort schwächt. Erkältungsviren, von denen es über 200 verschiedene Arten gibt, haben dann leichtes Spiel.

Deshalb lautet auch der erste Ratschlag: Sorgen Sie für feuchte Nasenschleimhäute, indem Sie in den Wohnräumen auf eine angenehme Luftfeuchtigkeit achten. Dies kann durch Pflanzen, aufgestellte Schalen mit Wasser oder speziellen Luftbefeuchtern geschehen. Außerdem sind regelmäßige Nasenspülungen mit einer lauwarmen Salzwasserlösung zu empfehlen. Dazu gibt es im Handel Nasenduschen und Nasenspülsalz, letzteres auch in praktischen Portionsdosen. Wenn der Schnupfen bereits da ist, hilft die Nasendusche, den zähen Schleim und viele Viren aus der Nase zu befördern.

Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung ist oft eine sofortige Schwitzkur mit Lindenblütentee oder Holunderblütentee hilfreich. Trinken Sie den Tee so heiß wie möglich und dann gut eingepackt ab ins Bett. Durch das Schwitzen wird der Kreislauf angekurbelt und die Abwehrzellen gelangen so schneller an ihren Einsatzort. Am anderen Morgen geht es Ihnen meist schon besser. Ähnlich wirkt ein heißes Bad mit Kräuterzusätzen wie Eukalyptus-, Menthol-, Thymian- oder Rosmarin-Extrakten. Bei Fieber sollte allerdings auf derartige Schwitzkuren verzichtet werden, da sie den Kreislauf zu sehr anstrengen. Wenn es Sie trotzdem erwischt hat und die Nase verstopft ist, bieten sich abschwellende Nasentropfen bzw. Nasensprays an. Die haben oft keinen allzu guten Ruf, da sie die Schleimhäute schnell austrocknen lassen. Neuere Mittel enthalten deshalb den zusätzlichen Wirkstoff Dexpanthenol, der die Wundheilung fördert und die Schleimhäute schützt.

Eine Erkältung beginnt meist mit einem Schnupfen, bevor sie sich in die Bronchien hinein ausweitet. Hier kommt es zum lästigen Hustenreiz, der mit einem Hustenstiller gedämpft werden kann. Nach einigen Tagen, wenn sich vermehrt Schleim bildet, sollte man den Hustenreiz nicht mehr unterdrücken, sondern die Sekrete abhusten. Hierbei hilft ein Hustenlöser, den es genauso wie die Hustenstiller auf pflanzlicher Basis oder mit synthetischen Wirkstoffen gibt. Als Heilpflanzen bewährt haben sich beispielsweise Thymian, Efeu, Salbei, Primel oder die Kapland-Pelargonie. Ihre Wirkstoffe bekämpfen die Entzündung und lösen den zähen Schleim. Linderung verschafft auch ein Erkältungsbalsam mit ätherischen Ölen, der vor dem Schlafengehen auf die Brust aufgetragen wird. Durch die Körpertemperatur erwärmt steigen die wohltuenden Dämpfe in die Atemwege auf. Vorsicht bei Kindern und Säuglingen: Sie sollten keine mentholhaltigen Erkältungspräparate verwenden.

Fieber ist eine Reaktion des Körpers auf die Erreger und gleichzeitig eine Kampfmaßnahme, da viele der Erkältungskeime bei höheren Temperaturen (über 38,5°C) zugrunde gehen. Das Fieber sollte deshalb nicht sofort unterdrückt werden. Bei erhöhter Temperatur oder Fieber trinken Sie viel und bleiben Sie am besten im Bett. Erst ab einer Körpertemperatur von über 39°C ist eine Fiebersenkung sinnvoll. Schmerzmittel mit Paracetamol, Acetylsalicylsäure (nur für Erwachsene) oder Ibuprofen sind hierfür geeignet. Darüber hinaus gibt es auf dem Markt Kombinationspräparate, die neben den genannten Schmerzmitteln noch Antischnupfenmittel oder Hustenlöser bzw. Hustenstiller enthalten und die gegebenenfalls das Durchschlafen erleichtern. Lassen Sie sich hier auf jeden Fall in der Apotheke beraten. Normalerweise dauert eine Erkältung ungefähr eine Woche. Ist danach noch keine Besserung zu spüren oder bei hohem Fieber, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Großmutters Hühnersuppe
Eine nach alter Sitte klassisch gekochte Hühnerbrühe aus einem Suppenhuhn mit verschiedenen Gemüsesorten und Nudeln schmeckt nicht nur gut, sondern hilft auch nachweislich bei Schnupfen. Dabei ist die Hühnersuppe ein Multitalent: Der vom Suppenteller aufsteigende Dampf befeuchtet die Nase. Die Brühe erhöht die Flüssigkeitszufuhr und löst so den zähen Schleim. Inhaltsstoffe wie z.B. Cystein wirken entzündungshemmend und helfen, die oberen Atemwege zu kurieren.

Homöopathie
Besonders bei Säuglingen und Kindern hat man gute Erfahrungen mit homöopathischen Erkältungsmitteln gemacht. Um aus dem reichhaltigen Repertoire die richtige Substanz auszusuchen, sollte man das Krankheitsbild möglichst genau analysieren. Handelt es sich um einen Fließ- oder Stockschnupfen, fröstelt das Kind, sind die Augen gerötet etc.? Am besten lassen Sie sich fachkundig beraten.

Mit Zistrose gegen Viren?
In der Naturmedizin werden der Zistrose bereits seit Jahrhunderten wohltuende Wirkungen zugeschrieben. Ob sie auf ganz neuartige Weise Grippe- und Erkältungsviren bekämpfen kann, untersucht zurzeit eine Gruppe von Wissenschaftlern am Institut für Molekulare Virologie an der Uni Münster. Sie fand Hinweise, dass Extrakte aus der Zistrose eine Infektion der Zelle mit den Viren verhindern können. Vielleicht reift hier ein Mittel heran, das künftig die Ansteckungsgefahr bei Erkältungskrankheiten senkt.