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Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe – Erkältungen und Grippeerkran- kungen haben im Winter Hochkonjunktur. Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen, die im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten immer wieder gestellt werden.
Von Caroline Schawe 

Wie unterscheidet sich eine Erkältung von einer Grippe?

Erkältungen und Grippeerkrankungen werden beide von Viren ausgelöst, allerdings von verschiedenen Typen. Eine Erkältung entwickelt sich über mehrere Tage hinweg und beginnt meist mit einem Kratzen im Hals. Dann werden die Beschwerden stärker: Die Nase läuft, Niesen, Husten und Kopfschmerzen kommen hinzu, manchmal auch leichtes Fieber. Meist klingen die Beschwerden innerhalb einer Woche deutlich ab. Eine Grippe dagegen beginnt üblicherweise sehr plötzlich und mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen. Die Symptome sind in den meisten Fällen deutlich stärker als bei einer Erkältung und dauern auch länger an, außerdem fühlt man sich richtig krank.

Warum haben Kinder so häufig eine Erkältung?

Kinder haben mitunter 6 bis 10 Erkältungen pro Jahr. Da ihr Immunsystem noch untrainiert ist, bedeutet jeder Virentyp, der im Kindergarten oder in der Schule umherschwirrt, eine neue Herausforderung für sie. Ihre Immunzellen bekämpfen die Eindringlinge, merken sich deren besondere Erkennungszeichen und speichern jede neue Begegnung ab. Auf diese Weise fungieren die Erkältungsviren als Trainingspartner für das Immunsystem.

Welche Komplikationen können bei einer Erkältung auftreten?

Im Gefolge einer Erkältung können weitere Erkrankungen auftreten, so z.B. eine Mittelohrentzündung (Otitis media), eine Infektion der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), die zu starken Kopfschmerzen führen kann, eine Mandelentzündung (Tonsilitis) mit Halsschmerzen, eine Entzündung des Kehlkopfes (Laryngitis), die das Sprechen behindert, und schließlich eine Bronchitis mit starkem Husten oder gar eine Lungenentzündung. Meist sind daran andere Erreger – oft auch Bakterien – beteiligt als bei der ursprünglichen Erkältung. Bei Verdacht auf eine dieser Komplikationen sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen.

Warum gibt es keine Impfung gegen Erkältungen?

Es existieren viele verschiedene Viren, die Erkältungen auslösen können. Während Sie das Virus x erwischt haben, hat Ihr Kollege im Büro vielleicht das Virus y abbekommen. Außerdem sind die Erreger äußerst wandlungsfähig. Der „Feind“ ist also im Vorfeld nicht zu erkennen, weshalb die Impfstoffhersteller auch keine „Waffen“ im Voraus herstellen können. Wäre ein Impfstoff gegen ein bestimmtes Virus endlich fertig, hätte es sich längst schon wieder verändert und die Impfung wäre wirkungslos.

Wie vermeidet man eine Ansteckung?

Die Erkältung ist genauso wie die Grippe eine so genannte Tröpfcheninfektion. Dies bedeutet: Wenn ein Betroffener niest, befinden sich in dem Sprühnebel in winzigen Tröpfchen Millionen von Viren. Sie sinken langsam zu Boden (oder auf die Arbeitsplatte, den Schreibtisch, die Computertastatur, den Türgriff etc.) oder sie schweben noch eine zeitlang in der Luft herum, besonders in trockener Raumluft. Jeder, der die Viren einatmet oder an den Händen hat, mit denen er sich anschließend ins Gesicht fasst (z.B. wenn er die Augen reibt oder wenn die Fingerkuppe mit der Zunge befeuchtet wird), kann angesteckt werden. Oberstes Gebot ist also, sich häufiger als sonst die Hände zu waschen, ganz normal mit Wasser und Seife. Vermeiden Sie Umarmungen und Küsschen zur Begrüßung. Wer erkältet ist, sollte ins Taschentuch oder in den Stoffärmel niesen, benutzte Taschentücher nicht herumliegen lassen und Abstand zu seinen Mitmenschen wahren.

Was hilft bei einer Erkältung?

TeeEs gibt keine Medikamente, die gezielt die Erkältungsviren angreifen würden. Man kann höchstens im Vorfeld das Immunsystem stärken und – wenn es einen doch erwischt hat – die Beschwerden lindern. Wohltuend sind Inhalationen mit verschiedenen pflanzlichen Zusätzen wie Kamille, Menthol oder Thymian. Wer sich schlapp fühlt, sollte sich auf jeden Fall Ruhe gönnen.

Welche pflanzlichen Mittel unterstützen die Heilung?

Extrakte aus dem Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) lassen eine Erkältung schneller abklingen, wenn sie gleich zu Beginn bei den ersten Anzeichen eingenommen werden, wie verschiedene Studien gezeigt haben. Achten Sie auf Präparate mit einem hohen Anteil an Blüten und Blättern des Sonnenhuts. Umckaloabo, eine Geranienart aus dem Süden Afrikas, scheint ebenfalls die Symptome einer Erkältung zu lindern und die Krankheitsdauer zu verkürzen. Umckaloabo-Tropfen gehören in Deutschland zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln bei Kindern.

Welche Arzneimittel helfen außerdem?

Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente wie ASS (Acetylsalicylsäure) und Paracetamol können manche Symptome einer Erkältung wie z.B. Halsschmerzen oder Kopfschmerzen lindern. Kinder sollten wegen eventueller Nebenwirkungen kein ASS einnehmen.

Was ist das Besondere an der Schweinegrippe?

Die Symptome bei der Schweinegrippe ähneln denen der normalen Grippe, vielfach sind sie sogar harmloser. Wie bei jeder Grippe kann es aber auch hier Fälle mit schwerem Verlauf und Komplikationen wie z.B. einer Lungenentzündung geben. Oft sind davon ansonsten gesunde Personen unter 50 Jahren und speziell Schwangere betroffen. Die Schweinegrippe ist sehr ansteckend, sie überträgt sich also besonders leicht von Mensch zu Mensch.

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